Nahrungsergänzungsmittel
Sie wollen eine Frage stellen?
So gehen Sie vor:
Senden Sie ein Mail an unser
Ernährungsforum.
Geben Sie die Frage und Ihre Daten ein (diese werden nicht veröffentlicht).
Wir antworten so schnell wie möglich.
Bei der
Beurteilung von Nahrungsergänzungsmitteln orientieren wir uns unter anderem an den Höchstmengen-Empfehlungen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln des Bundesinstituts für Risikobewertung (rechtlich nicht verbindlich). Diese berücksichtigen neben der Versorgungslage in Deutschland vor allem auch das Risiko, das von einzelnen Stoffen bei einer hohen Zufuhr ausgeht. Mehr Informationen dazu finden Sie in der Rubrik Nahrungsergänzungsmittel unter
Vitaminpräparate und
Mineralstoffpräparate.
Ein hoher und regelmäßiger Alkoholkonsum kann den Stoffwechsel des Körpers beeinträchtigen und zu Vitamin- und Mineralstoffmangel führen. Vor allem Vitamindefizite sind bei Alkoholikern zu beobachten. Deshalb wäre in einem solchen Fall eher die gezielte Einnahme von Multivitaminpräparaten zu empfehlen. Aber wesentlich ist die Häufigkeit und die aufgenommene Menge an Alkohol. Wer gelegentlich Alkohol konsumiert, sich aber sonst abwechslungsreich ernährt, muss keinen Mangel befürchten.
Die Lebensmittelqualität wurde nicht schlechter. Wir hatten noch nie so hochwertige Lebensmittel und so viele Möglichkeiten, uns gesund zu ernähren wie heute.
Viel eher führt eine einseitige Ernährungsweise zu einer schlechten Nährstoffversorgung und Mangelerscheinungen.
Auch verschiedene Erkrankungen können die Ursache eines Mangels sein.
Nahrungsergänzungsmittel sind Lebensmittel, welche tägliche Nahrung mit Nährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und anderen essentiellen Stoffen zu ergänzen. Sie werden in Form von Kapseln, Tabletten, Pulvern, Ampullen oder ähnlichen Dareichungsformeln angeboten.
Viele Firmen bieten die Möglichkeit, ihre Produkte im Nebenjob zu verkaufen. Diese Direktvertriebsfirmen fungieren quasi als Franchise-Geber. Wer die Waren verkaufen möchte, ist selbstständig Gewerbetreibender, kauft beim Hersteller die Erzeugnisse ein und veräußert sie in eigener Regie und auf eigenes Risiko. Problematisch ist außerdem, dass sehr oft finanzielle Vorleistungen zu erbringen sind, um überhaupt tätig werden zu können: Schulungen, Seminare, Informationsmaterialien und „Vorführ-Produkte“ müssen bezahlt werden, dazu kommen Lager- und Betriebskosten und Kosten aus der Anmietung von Räumen. Zudem besteht der Druck, weitere Mitarbeiter anwerben zu müssen.
"Life Plus", mit Firmensitz in England, bietet etwa 50 Produkte zur Nahrungsergänzung mit verschiedenen Schwerpunkten an: Nahrung und Reinigung, Antioxidantien, Haut, Knochen und Zähne, Blutkreislauf und weitere.
Nach der im Internet angegebenen Produktinformation enthält bereits das Basisprodukt "Daily Plus" pro Tagesportion deutlich höhere Vitaminmengen als in Deutschland empfohlen werden.
Die Produkte enthalten zum Teil zusätzlich Ballaststoffe, Gemüse-, Obst- und Kräuterpulver, probiotische Mikroorganismen und isolierte sekundäre Pflanzenstoffe.
Bei ständig hohen Zufuhren aus Nahrungsergänzungsmittel plus Lebensmitteln, die natürliche Gehalte an Vitaminen und Mineralstoffen haben, kann es zu negativen Wirkungen kommen. Vitamin A kann in hohen Dosen unter anderem das Risiko für osteoporotische Hüftfrakturen steigern. Nahrungsergänzungsmittel sollten deshalb nicht mehr als 400 Mikrogramm pro Tagesdosis enthalten. Hohe Vitamin-E-Dosen haben keinen gesundheitlichen Nutzen. Es gibt aber bei Personen mit Blutgerinnungsstörungen ein erhöhtes Blutungsrisiko, auch infolge von Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten. Viel Zink beeinträchtigt die Immunabwehr. Für isoliert (nicht im natürlichen Verbund der Lebensmittel) zugeführte Sekundäre Pflanzenstoffe fehlen Nachweise der Wirkung. Flohsamen und -schalen als abführende Substanz gehören nach unserer Meinung nicht in ein Produkt, das von den Anwendern täglich verzehrt wird.
Die Firma Herbalife ist ein amerikanisches Unternehmen, das in Deutschland ihre Produkte über "Berater", die selbständige Gewerbetreibende sind, anbietet. Der Berater muss beim Hersteller die Erzeugnisse kaufen, muss für Seminare, Meetings und Werbematerialien bezahlen und geht damit ein finanzielles Risiko ein. Entsprechend der verkauften Mengen erhält er Provisionen. Außerdem ist er gehalten, weitere neue Mitarbeiter zu werben, an deren Umsatz er dann partizipiert. Die Verdienste können weit niedriger sein, als in den Werbeveranstaltungen versprochen. Einen Kundenstamm aufzubauen, ist ebenfalls recht schwierig, da der Handel ein großes Sortiment an Nahrungsergänzungsmitteln und Schlankheitsmitteln bietet, wo jeder frei aussuchen kann und nicht, da das Verkaufsgespräch in den eigenen vier Wänden stattfindet, unter psychologischen Kaufzwang gerät. Es liegen uns keine Untersuchungen der Produkte vor, weshalb eine Qualitätsbeurteilung nicht möglich ist.
Ein gesunder Erwachsener sollte 0,8g Eiweiß pro kg Körpergewicht und Tag zu sich nehmen. Diese Menge reicht auch für Freizeitsportler aus, da für den Muskelaufbau keine großen Eiweißmengen erforderlich sind.
Zudem essen wir in Deutschland durchschnittlich 60 bis 70 % mehr Eiweiß, als den Empfehlungen entspricht. Dieser „Überschuss“ deckt sogar den Eiweißbedarf für Kraftsportler ab. Eine Portion eines verkaufsüblichen Eiweißpräparates enthält nach unseren Recherchen zwischen 1,7 und 25,8 Gramm Eiweiß und steigert somit die ohnehin schon vorhandene Überversorgung weiter. Da die anfallenden Stoffwechselprodukte über die Nieren ausgeschieden werden müssen, werden diese bei hoher Eiweißaufnahme stärker beansprucht. Ob diese zusätzliche Belastung bei Gesunden zu Nierenschäden führen kann, ist noch nicht geklärt.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine Obergrenze von 2 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht und Tag - eine Menge, die durch die Verwendung von Eiweißkonzentraten leicht überschritten werden kann.
Essen Sie eine gemischte Kost, die reichlich Obst, Gemüse, Getreide und Milchprodukte enthält. Geflügel, Fleisch, Fisch und Ei ergänzen das Angebot.
Übrigens enthält schon ein Glas Milch 6 bis 7 Gramm Eiweiß (Protein).
"Noni" ist der gepresste Saft der indischen Maulbeere "Morinda Citrifolia", die in Polynesien und anderen Teilen Südost-Asiens heimisch ist.
Produkte daraus sind bisher nicht in größerem Umfang in der EU gehandelt und verzehrt worden. Sie gelten daher als neuartige Lebensmittel, die nach der Novel-Food-Verordnung eine Zulassung benötigen. Die Hersteller oder Anbieter müssen dazu die gesundheitliche Unbedenklichkeit der Produkte für den Verbraucher nachweisen.
Die EU-Kommission hat Zulassung für "Noni-Saft" aus der Frucht der oben genannten Spezies beschlossen. Demnach darf dieser als neuartige Lebensmittelzutat in pasteurisierten Fruchtsaftgetränken in Verkehr gebracht werden. Andere Noni-Säfte oder Produkte wie Kapseln usw., sind damit aber nicht automatisch zugelassen.
In Bezug auf die versprochenen Werbeaussagen, weist der wissenschaftliche Ausschuss für Lebensmittel darauf hin, dass die vorgelegten Herstellerinformationen keine Nachweise für gesundheitliche Vorteile von "Noni-Saft" gegenüber anderen Fruchtsäften liefern. Die Werbung mit gesundheitsbezogenen Aussagen zur Heilung und Linderung von Krankheiten ist infolgedessen nach wie vor verboten.
Zu dem OPC können wir Ihnen folgendes mitteilen: Das Kürzel OPC steht für „Oligomere Procyanidine“. OPC zählen zu den Flavonoiden, einer Stoffgruppe der Polyphenole innerhalb der sekundären Pflanzenstoffe. Diese sind praktisch in jeder Obst- und Gemüsesorte (meist in oder direkt unter der Schale) vorhanden. Flavonoide sind für die adstringierende Wirkung bestimmter Lebensmittel wie Traubenkerne verantwortlich. Sie kommen aber auch in Birnen, Äpfeln, Rotwein, Tee und Schokolade vor. „Cyan“ heißt auf griechisch blau und deutet auf die Herkunft vieler dieser Verbindungen aus blauen Beeren und Früchten hin.
Flavonoide sind hitzestabil und haben einen Vitamin-C-sparenden Effekt, da sie Ascorbinsäure vor der Autoxidation schützen. Außerdem belegen eine Reihe von Studien und epidemiologische Beobachtungen krankheitsschützende Wirkungen verschiedener Polyphenole. Flavonoide üben vermutlich eine entscheidende Schutzfunktion gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen aus.
Die besondere Wirksamkeit einer einzelnen Substanz konnte bislang nicht nachgewiesen werden. So werden OPC-haltige Produkte angeboten, die mit nicht belegten, therapeutischen Wirkungen auf die Arterienwand, Entzündungen und Allergien ausgelobt werden. Zur Zeit geht man davon aus, dass sich die Kombination aller in pflanzlichen Lebensmitteln vorhandenen Inhaltsstoffe positiv auf die Gesundheit auswirken. Richtwerte für eine optimale Aufnahmemenge liegen nicht vor.
Selen zählt wie Zink, Mangan und Chrom zu den Spurenelementen. Hauptlieferant für Selen ist pflanzliches und tierisches Eiweiß. Bei Pflanzen hängt der Selengehalt sehr stark vom Boden ab. Das meiste Selen enthalten Fisch, Fleisch, Wurst und Eier. Außerdem liefern Linsen, Nüsse, Pilze und Getreideerzeugnisse Selen. Spezielle Weizenzüchtungen mit einem erhöhten Selengehalt ergänzen das Lebensmittelangebot. Bei einem abwechslungsreichen Speisezettel sind keine Selenmängel zu erwarten. Eine Unterversorgung ist möglich bei Vegetariern, vor allem Veganern, die weder Eier noch Milchprodukte essen und bei Menschen, die sich sehr einseitig ernähren.
Im Gegensatz zu den vorhandenen Empfehlungen, die es für die meisten Vitamine und Mineralstoffe gibt, liegen für Spurenelemente lediglich Schätzwerte vor. Dieser Schätzwert liegt bei 30-70 µg Selen pro Tag. Die tägliche Aufnahme des Bundesbürgers wurde mit 38-47 µg Selen ermittelt. Eine Ergänzung in Form von Tabletten ist deshalb nicht sinnvoll. Höhere Selendosen über einen längeren Zeitraum eingenommen, können zu gesundheitlichen Nebenwirkungen führen.
Vergleichende Untersuchungen zur Absorption künstlich hergestellter und natürlicher Vitamin- und Mineralstoffpräparate liegen uns nicht vor.
Die biologische Verfügbarkeit von natürlich vorkommenden Vitaminen und Mineralstoffen ist von sehr unterschiedlichen Faktoren abhängig. So begünstigt Fett die Aufnahme fettlöslicher Vitamine, die Eisenresorption aus pflanzlichen Produkten kann bei gleichzeitiger Einnahme von Vitamin C erhöht werden. Aber auch umgekehrt gilt: die Eisenresorption wird durch Calcium gehemmt. Außerdem spielt eine Rolle in welcher chemischen Form die Mineralstoffe vorliegen. Synthetisch hergestellte Vitamine sind in ihrer chemischen Struktur identisch mit den natürlich vorkommenden.
Aus der Kennzeichnung der Präparate geht nicht hervor, ob es sich um natürliche oder synthetische Vitamine und Mineralstoffe handelt. Die ernährungsphysiologische Qualität der verschiedenen Vitamin- und Mineralstoffpräparate ist jedoch selten in wissenschaftlichen Studien untersucht.
In der Ernährungswissenschaft ist man deshalb der Auffassung, dass gerade die Vielzahl der Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe in Obst und Gemüse und ihre Wechselwirkungen der sicherste Weg zur gesunden Ernährung sind.
Künstlich hergestellte Vitamin- und Mineralstoffpräparate können eine Reihe weiterer Zutaten wie Süßstoffe und Emulgatoren enthalten.
Die zusätzliche Aufnahme von Vitaminen oder Mineralstoffen ist, sofern man sich abwechslungsreich und vernünftig ernährt, eigentlich nicht erforderlich. Erst das Vorliegen eines Mangels kann die zusätzliche Aufnahme erfordern, doch das sollte immer mit dem Arzt abgeklärt werden. Vor allem sollte dann das fehlende Vitamin gezielt zugeführt werden. Es gibt Risikogruppen wie z.B. Schwangere oder Hochbetagte. Auch Wechselwirkungen mit Arzneimitteln oder Verdauungsstörungen können die Einnahme von Präparaten erforderlich machen.
Die Gefahr einer Überdosierung und damit auch die Gefahr, die beiden Hauptstoffwechselorgane Leber und Niere zu schädigen, besteht durchaus. Sehr häufig wird im Glauben, viel hilft viel, die empfohlene tägliche Aufnahmemenge überschritten. Deshalb sollten Nahrungsergänzungsmittel nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden. Wer sich vernünftig und abwechslungsreich ernährt, versorgt seinen Körper ausreichend mit all den Stoffen, die er täglich benötigt. Eine zusätzliche Aufnahme über Nahrungsergänzungsmittel ist nicht erforderlich, macht auch nach Aussage vieler Wissenschaftler keinen Sinn.
Spirulina Algen (Süßwasser-Mikroalgen) bestehen zu 60% aus Eiweiß und enthalten auch Vitamine und Mineralstoffe. Die Dosis, die als Ergänzung aufgenommen wird, ist jedoch so gering, dass sich die ergänzende Eiweißzufuhr in der Regel kaum bemerkbar macht. Darüber hinaus kommt ein Eiweißmangel in westlichen Industrieländern bei einer vielseitigen und ausgewogenen Ernährung kaum noch vor. In der Regel tritt ein Eiweißmangel als Folge extrem einseitiger Diäten oder chronischer Erkrankungen auf. Den Eiweißbedarf können Sie über tierische (Fleisch, Eier, Milch- und Milchprodukte) und pflanzliche Lebensmittel (Getreide, Hülsenfrüchte, Kartoffeln) decken. Eine Kombination beider, wie z.B. Kartoffeln und Ei, erhöht zudem die Wertigkeit.
Wissenschaftliche Belege zum Nutzen von Spirulina fehlen. Studien haben darüber hinaus gezeigt, dass das enthaltene Vitamin B12 in einer für den Menschen nicht nutzbaren Form vorliegt.