Aroma-Öle - werden aus Arzneipflanzen und Mineralien gewonnen. Sie finden sich ebenso in Naturkostläden und Reformhäusern wie in indischen Lebensmittelläden oder im Internet. Doch importierte ayurvedische Produkte können Schwermetalle - speziell Anteile von Blei, Quecksilber und Arsen - enthalten. Das belegte eine Anfang 2007 in Auftrag gegebene Studie zu Nahrungsergänzungsmitteln.
Ihr zufolge enthielten 60 Prozent der Proben giftige Schwermetalle. Dabei wurden Überschreitungen der Richtwerte für Arsen um das 49.000fache, bei Quecksilber um das 7.800fache festgestellt. Auch bei Marktkontrollen durch die amtliche Lebensmittelüberwachung fallen immer wieder übermäßig belastete Nahrungsergänzungsmittel auf, wie das
Europäische Schnellwarnsystem für Lebensmittel und Futtermittel (RASFF) zeigt. Wegen dieser andauernden Probleme hat die Europäische Union (EU) für einige Schwermetalle in Nahrungsergänzungsmitteln
Höchstgehalte festgelegt und zwar für Blei (maximal 3,0 mg/kg), Cadmium (maximal 1,0 bzw. 3,0 mg/kg, wenn vorwiegend aus Seetang) und Quecksilber (0,1 mg/kg). Höher belastete Produkte müssen seit 1. Juli 2009 vom Markt genommen werden. Für die Einhaltung der Werte sind die Hersteller bzw. die Importeure verantwortlich. Problematisch kann es daher vor allem beim privaten Bezug aus dem Ausland, z.B. als Reisemitbringsel oder via Internet werden. Wer Ayurveda-Produkte einnimmt und dauerhaft unter Symptomen wie Übelkeit, Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit oder körperliche Schwäche klagt, sollte die Präparate absetzen und unbedingt einen Arzt aufsuchen, der abklärt, ob es Anzeichen für eine Vergiftung mit Schwermetall gibt. Bevor man Kindern ayurvedische Mittel verabreicht, sollte der Kinderarzt dazu befragt werden.
Noch liegen keine näheren Informationen vor, wie sich die EU-Verordnung zu den maximalen Schwermetall-Belastungen in der Praxis bewährt. Deshalb ist es ratsam, sich beim Händler vor Ort oder beim Internetvertrieb nach Herkunft und Herstellung der Produkte zu erkundigen, bevor man ayurvedische Erzeugnisse (Nahrungsergänzungsmittel, Tees, Gewürze, Getränke, Kräuter) isst und trinkt. Anbieter sollten schriftlich belegen können, dass sämtliche Importwaren auf die Belastung mit Schwermetallen untersucht worden sind. Das gilt auch für Bio-Präparate, obwohl deren Rohwaren bereits strengere Auflagen erfüllen müssen. Produkte, die nachweislich nach dem ISO 9001-Standard hergestellt wurden, sind beim Kauf zu bevorzugen, da deren Qualität regelmäßig kontrolliert wird.
Inzwischen gibt es auch ein
Prüfzeichen des Bundesverbands der Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und kosmetische Mittel e.V. (BDIH). Es kennzeichnet auf Schwermetalle geprüfte Nahrungsergänzungsmittel.

