Unerlaubte Werbeanrufe, von Anbietern behauptete Verträge, denen Verbraucher nie zugestimmt hatten – die Arbeit der Verbraucherzentrale im Jahr 2006 war geprägt von gesetzeswidrigem Anbieterverhalten. Vor allem Telekommunikationsanbieter verursachten Beschwerden.
Obwohl das Gesetz Werbeanrufe bei Privatpersonen nur mit deren Zustimmung erlaubt, nimmt die Störung der Privatsphäre durch die sogenannten Cold Calls zu. Eine Internet-Umfrage der Verbraucherzentrale ergab, dass 95 Prozent der Befragten sich gestört fühlen durch die unliebsamen Anrufe. Als ob sie den Gesetzesverstoß auf die Spitze treiben wollten, meldeten mehrere Telekommunikationsunternehmen nach solchen Anrufen den Anschluss der Angerufenen kurzerhand um oder rechneten über einen Sondertarif ab. Die Anwälte der Verbraucherzentrale waren entsprechend mit Abmahnungen und Klagen beschäftigt.
1.005.847 mal suchten Baden-Württemberger 2006 Information und Rat bei der Verbraucherzentrale. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das eine Zunahme um gut 160.000 Kontakte. Vier von Fünf entstanden übers Internet - hier wurden 805.317 unterschiedliche Besucher registriert. Besonders angestiegen ist mit 21.808 auch die Zahl der schriftlichen Beratungen, sowohl per E-Mail als auch per Post. Im Vorjahr lag sie bei 16.171. „Auf diese Zahlen sind wir stolz“, freut sich Vorstand Beate Weiser. „Allerdings suchen wir mittlerweile Honorarkräfte zum Ausbau der Beratung, um Ratsuchenden lange Wartezeiten zu ersparen.“ Die Verbraucherzentrale betreibt 11 Beratungsstellen in Baden-Württemberg, in denen Rechts- und Fachberatungen angeboten werden sowie eine Patientenberatungsstelle in Karlsruhe. Gut 25 Prozent des Haushalts von knapp 3,9 Millionen Euro erwirtschaftet sie durch Kostenbeteiligungen der Ratsuchenden an individuellen Beratungen, Vorträgen und durch Ratgeberverkauf selbst. Drei Viertel des Etats sind durch öffentliche Gelder vor allem des Ministeriums Ländlicher Raum und Projekte finanziert.
Der Geschäftsbericht 2006 steht im Anhang zum Download bereit.
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