Hört sich irgendwie nicht nach einem Problem für junge Leute an, ist es aber: Sobald man in den Beruf einsteigt, ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sehr häufig empfehlenswert. Junge Leute bekommen von der gesetzlichen Rentenkasse bei Berufsunfähigkeit in der Regel keinen Cent mehr. Nur wer nicht mehr in der Lage ist, mindestens drei Stunden am Tag auf überhaupt irgendeine Weise Geld zu verdienen – und sei es als Pförtner – bekommt eine geringe Erwerbsminderungsrente.
Allerdings sollte man keine private Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, ohne sich vorher unabhängig zu informieren. Normalerweise leisten solche privaten Versicherungen nur, wenn ein Arzt attestiert, dass man seinen Beruf voraussichtlich dauerhaft nicht mehr ausüben kann. Die Grenze, ab wann man seinem Beruf nicht mehr nachgehen kann, wird in den Versicherungsbedingungen festgelegt. Eine gute Formulierung wäre hier, dass man die Berufsunfähigkeitsrente schon erhält, wenn man seinen Beruf nur noch zu maximal 50 Prozent ausüben kann. Gute Versicherungsbedingungen sichern Leistungen ab dem Tag zu, an dem der Arzt bestätigt, dass der Beruf für die nächsten sechs Monate nicht ausgeübt werden kann – zum Beispiel wenn nach einem Auto- oder Sportunfall eine längere Reha-Behandlung erforderlich ist. Da psychische Krankheiten immer öfter zur Berufsunfähigkeit führen, sollte ein Vertrag auch gegen deren finanzielle Folgen absichern.
Die Höhe der Rente kann weitgehend frei vereinbart werden. Hier sollte man sich überlegen, wie viel Geld man im Monat mindestens zur Bestreitung des Lebensunterhalts benötigt. Ganz wichtig ist es auch, im Versicherungsantrag alle Gesundheitsfragen vollständig und ehrlich zu beantworten. Auch beispielsweise die Knieverletzung, die man sich beim vor Jahren beim Snowboarden geholt hat und die eigentlich längst ausgeheilt ist oder die Magenschleimhautentzündung während der Prüfungszeit. Wird etwas verschwiegen, besteht die Gefahr, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung im Ernstfall nicht zahlt.
Eine gründliche Auswahl lohnt sich also. Will man später zu einem anderen Anbieter wechseln, ist man älter und muss oft mehr Vorerkrankungen nennen, was die Prämien in die Höhe treibt. Wer unabhängigen Rat sucht, lässt sich am besten bei der Verbraucherzentrale beraten.
