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Gretchenfrage: Holz oder Plastik?

Beide - Holz und Plastik - können gut sein. Wichtig ist: wo kommt das Spielzeug her und wie ist es verarbeitet?

Holzspielzeug


Holzspielzeug gilt als natürlich; doch in den Jahren 2010 und 2011 hat die Stiftung Warentest auch Holzspielzeuge wegen unterschiedlicher Schadstoffbelastungen negativ bewertet. So wurden zum Beispiel häufig erhöhte Mengen an Formaldehyd und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) gefunden. Beide Stoffe stehen im Verdacht krebserregend zu sein.

Und lackierte Holzspielzeuge könnten abfärben, wenn Kinder sie in den Mund nehmen, oder zu viel Schwermetall enthalten. So wurden beipielsweise im Jahr 2007 in der Holzeisenbahn "Thomas und seine Freunde" hohe Mengen des Schwermetalls Blei in der Lackierung gefunden.

➜ Tipps
  • Bevorzugen Sie unlackiertes, gewachstes Holz, zum Beispiel bei Bauklötzen oder Buntstiften!
  • Trauen Sie Ihrer Nase: Was stinkt, sollte im Laden bleiben! Denn Sie können schädliche nicht von unschädlichen Stoffen unterscheiden.
  • Bei Secondhand-Spielzeug sind Formaldehyd und gesundheitsschädliche Lösemittel schon verdampft.

Plastikspielzeug


Weichplastik besteht oft aus PVC, dem weich machende Stoffe zugesetzt sind. Da diese "Phthalate" ins Gerede kamen, verwenden einige Hersteller heute unschädliche Ersatzstoffe (Zitrate, DINCH) - oder einfach andere Kunststoffe wie Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) - und kennzeichnen ihre Produkte als "Phthalat-frei".

Was sind eigentlich Phthalate? Phthalate machen die Biegsamkeit der kettenartigen Kunststoff-Moleküle - wie Öl auf Spaghettis - erst möglich. Aber einige wirken wie Hormone. Andere schädigen Leber und Nieren. Ihr Gehalt im menschlichen Körper ist schon so hoch, dass weitere Quellen vermieden werden sollten. Seit dem 2007 sind drei von ihnen in Spielzeug generell verboten - drei weitere nur in Babyspielzeug.

Hartplastik - Bausteine, Figuren oder Autos - besteht bei den meisten namhaften Herstellern aus dem Kunststoff ABS. Billige Produkte sind aber oft aus PVC und können schwermetallhaltige Stabilisatoren und Farbstoffe enthalten.

➜ Tipps
  • Achten Sie auf die Hinweise "PVC-frei" oder "Phthalat-frei". Fragen Sie Verkäufer und Hersteller danach oder suchen Sie im Internet!
  • Vermeiden Sie Billigprodukte wie Scoubidous, Leuchtstäbe, Automatenspielzeug und Lebensmittelbeilagen!
  • "Chemische" Gerüche verheißen oft nichts Gutes: Besser, Sie lassen solche Produkte im Laden zurück.

Puppen

  • Für Kleinkinder sollten Sie nur Stoffpuppen kaufen und diese umgehend gemäß Etikett waschen: in einem Kissenbezug und per Schonwaschgang.
  • Für größere Kinder, die sich eine Plastikpuppe wünschen, gibt es zunehmend auch Phthalat-freie. Fragen Sie danach und achten Sie auf das Etikett!
  • Auch Anziehpuppen ("Fashion Dolls") gibt es ohne Phthalate und Zinn-Organika.

Wasserspielzeug

  • Bevorzugen Sie gewachste Baumwolle, Styropor oder Phthalat-freien TPU-Kunststoff!
  • Auch "Quietsche-Entchen" & Co. sollten Sie nur noch "Phthalat-frei" kaufen, auch wenn sie etwas teurer sind.
  • PVC-Produkte sollten mit einer Pumpe aufgeblasen werden - nicht mit dem Mund.

Moosgummi-Puzzlematten

  • Stinkendes am besten im Laden liegen lassen!
  • Bemerken Sie den Geruch erst zu Haus, apellieren Sie an die Kulanz des Geschäfts, das Produkt umzutauschen!
  • Wollen Sie es dennoch behalten, lassen Sie es in Garage, Schuppen oder auf dem Speicher auslüften, bis kein Geruch mehr wahrnehmbar ist!

Und ein Wort zu Luftballons:
2004 waren die krebserregenden Nitrosamin-Gehalte einiger Luftballons in aller Munde. Da es keinen Grenzwert gibt, gilt weiterhin: Luftballons nur kurz lagern - kühl und lichtgeschützt. Zum Aufblasen eine Ballonpumpe oder zumindest ein Mundstück verwenden!

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Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e.V., Paulinenstraße 47, 70178 Stuttgart
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