Nachtrag 01.09.2010:
Die zur Bestimmung der Effizienzklassen zugrunde gelegte Formel war im Text des Gesetzentwurfes vom 11.08.2010 fehlerhaft. Diese Formel soll so geändert werden, dass etwa ein MB S600 in Effizienzklasse F eingeteilt wird (Tausch der beiden Ausdrücke in der ersten Klammer zur Berechnung der prozentualen Abweichung). Der Text dieser Pressemeldung und die Beispielsrechungen beziehen sich auf den Gesetzentwurf vom 11.08.2010.
Das Bundeswirtschaftsministerium hat eine Änderung der Pkw-Verbrauchskennzeichnungsverordnung vorgelegt, die mehr Transparenz über den CO2 Ausstoß von Neuwagen bringen soll.
Zukünftig sollen Pkw in Energieeffizienzklassen eingeteilt werden, die mit jenen bei Kühlschränken vergleichbar sind. Diese Pkw-Klassen (A+ bis G) sind aber so gestaltet, dass Verbraucher über den tatsächlichen CO2-Ausstoß irregeführt werden.
Die vorgeschlagene Pkw-Effizienzkennzeichnung ist so gewählt, dass eine schwere Limousine immer besser abschneidet als ein leichter Kleinwagen. Eine Limousine mit 2.210 kg Gewicht und einem CO2-Ausstoß von 340 g/km, was einem Mercedes-Benz S 600 entspricht, würde in die Energieeffizienzklasse A+ eingeteilt, ein Kleinwagen mit 1.325 Kg Gewicht und 125 g/km (Mercedes A-Klasse) hingegen in die Energieeffizienzklassen G. Ganz paradox ist, dass bei gleichem Gewicht der Pkw mit geringerem CO2-Ausstoß in eine schlechtere Effizienzklasse eingeteilt wird.
"Das wäre Irreführung per Gesetz", stellt Dr. Eckhard Benner von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg fest. "Eine Einteilung in Energieeffizienzklassen ist zwar im Prinzip zu begrüßen. Die Klassen müssen aber so gestaltet werden, dass die Pkw tatsächlich vergleichbar sind. Nur dann ist eine Kennzeichnung sinnvoll", so Eckhard Benner.
"Die Landesregierung muss daher den Änderungsentwurf im Rahmen der Anhörung des Bundeswirtschaftsministeriums am 2. September ablehnen", fordert Eckhard Benner.
Beispiele für die Einteilung von Neuwagen in die vorgeschlagenen Effizienzklassen und weitere Informationen hat die Verbraucherzentrale unter www.vz-bw.de/pkw-energiekennzeichnung zusammengestellt.
Die Verbraucherzentrale hat in ihrer Stellungnahme die Änderungen der Pkw-Verbrauchskennzeichnung umfassend kritisiert.
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