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Dioxin in Lebensmitteln: Vor allem tierische Produkte belastet

FreilandhaltungHohe Belastungen von Lebensmitteln mit Dioxinen sorgen seit Jahren immer wieder mal für Aufregung und Verunsicherung. So deckten Untersuchungen stark überhöhte Werte in Eiern (Belgien, Deutschland), in Fisch (Baltikum) und Kartoffelprodukten (Niederlande) sowie in Schweine- und Rindfleisch (Irland) auf. Allerdings stecken Dioxine und dioxinähnliche polychlorierte Biphenyle (dl-PCB) nicht nur in "Skandal-Lebensmitteln". Die Substanzen sind längst Teil unseres Alltags. Sie finden sich überall: in der Luft, im Wasser, im Boden. Deshalb haben alle Menschen Dioxine in ihrem Körper. Diese "Grundlast" macht etwa zehn Prozent aus. 90 bis 95 Prozent der Dioxine nehmen wir über die Nahrung auf. Insofern spielt die oft erwähnte Aufnahme über belastete Innenraumluft nur eine untergeordnete Rolle.

Dioxine und PCB gehören zu einer sehr großen Gruppe chemisch ähnlicher Verbindungen. Sie entstehen als Nebenprodukt chemischer Reaktionen (zum Beispiel bei der Herstellung von Chemikalien, bei der Stahlerzeugung, beim Bleichen von Papier und Zellstoff, in Müllverbrennungsanlagen, bei der Produktion von Farben - aber auch bei natürlichen Verbrennungsprozessen wie Vulkanausbrüchen oder Waldbränden). Die verschiedenen Substanzen gefährden die Gesundheit unterschiedlich stark. Einige der Stoffe sind extrem giftig. Aus Tierversuchen ist bekannt, dass sie beispielsweise das Nerven- und Immunsystem schädigen, zu Missbildungen führen sowie Krebs erzeugen können. Am bedrohlichsten für den Menschen ist das auch als "Sevesogift" bekannte "2,3,7,8 Tetrachlordibenzo-dioxin" (2,3,7,8-TCDD), das umgangssprachlich oft einfach als "Dioxin" bezeichnet wird. Diese Chemikalie hat die Agentur für Krebsforschung als eindeutig krebserregend bei Menschen eingestuft.

Dioxinen und PCB kann niemand entgehen: Sie lassen sich weder riechen noch schmecken, lösen sich im Wasser nicht auf und trotzen auch sehr großer Hitze. Zu den großen Problemen für Mensch und Tier zählt, dass Dioxine und ihre chemischen Verwandten nur sehr langsam abgebaut werden und sich im Fettgewebe anreichern. Tierische Produkte sind deshalb in der Regel höher belastet als pflanzliche Lebensmittel. Nach Angaben des Link öffnet in neuem FensterBundesumweltministeriums (Broschüre als pdf-Datei) stammen 70 Prozent der Dioxine und PCB, die über Lebensmittel aufgenommen werden, aus Milchprodukten, Milch, Fleisch und Eiern.

Bei üblichen Verzehrsmengen und ansonsten abwechslungsreicher Ernährung stellen die normalerweise geringen Belastungen in fettreichen tierischen Lebensmitteln kein Problem dar. Kurzfristiger Konsum eines belasteten Lebensmittels führt weder zu einer akuten oder chronischen Vergiftung noch erhöht sich erkennbar die Gefahr, an Krebs zu erkranken.

Belastung einzelner Lebensmittel


Grundsätzlich dürfen Lebensmittel nur in Verkehr gebracht werden, wenn sie die in der Europäischen Union (EU) geltenden Link öffnet in neuem FensterHöchstgehalte für Dioxine und dioxinähnliche PCB nicht überschreiten. Jedoch bieten diese Grenzwerte nicht immer einen ausreichenden Schutz für Verbrauchergruppen mit besonderen Verzehrsgewohnheiten – zum Beispiel dem Konsum von größeren Mengen fettreicher Fischarten aus belasteten Gewässern.

Eier aus Freilandhaltung
Flächen im Freien sind häufig stärker belastet als die Böden in Ställen und Käfigen. Das führt verbunden mit dem natürlichen Verhalten der Hühner (scharren, aufpicken von Sand) zu einer höheren Grundbelastung der Eier aus Freilandhaltung. Allerdings müssen auch diese Eier die üblichen Höchstwerte einhalten.

Fische
In Analogie zu den Freilandeiern ist die Dioxinmenge in Wasser- und Sediment entscheidend für die in Fischen gefundene Grundbelastung. Je fettreicher die Fischart desto stärker reichern sich die Chemikalien an. In Deutschland angebotene AaleFische müssen den geltenden Regeln für Höchstmengen entsprechen. Allerdings wird hier der Dioxingehalt nicht auf ein Gramm Fett, sondern auf ein Gramm Muskelfleisch bezogen. Dadurch wird verschleiert, dass Fische generell höher belastet sein dürfen. Fischleber (in Deutschland üblicherweise als "Dorschleber-in-Öl"-Konserve im Handel) und Fischleberöl gehören zu den Nahrungsmitteln, die fast ausnahmslos sehr hohe Gehalte an Dioxinen und PCB aufweisen. Sie müssen deshalb sehr häufig aus dem Verkehr genommen werden. Das Link öffnet in neuem FensterBundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt, "Dorschleber-in-Öl"-Konserven in der üblichen Portionsgröße von 150 Gramm höchstens etwa alle 2 Monate zu verzehren. Auch wildlebende Flussfische wie beispielsweise Aal können überaus stark mit Dioxinen und PCB belastet sein.

Muttermilch
Muttermilch enthält in der Regel keine extremen Dioxinwerte. Es ist aber bekannt, dass beim Stillen eine gewisse Dioxinmenge vom Körper der Mutter auf den Säugling übergeht. Trotzdem wird nicht vom Stillen abgeraten, da dies auf eine relativ kurze Lebensperiode des Säuglings begrenzt ist. Nicht zuletzt überwiegen Vorteile des Stillens ganz klar die möglichen Nachteile durch Dioxine in der Muttermilch. Bedeutsamer ist die Dioxinmenge, die das Kind während der Schwangerschaft durch die von der Mutter aus Nahrungsmitteln und Umwelt aufgenommenen Chemikalien abbekommt. Laut Link öffnet in neuem FensterBundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat sich der Dioxingehalt von Frauenmilch vom Jahr 1990 bis zum Jahr 2009 um 80 Prozent verringert.

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Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
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